Was ist emotionale Intelligenz?
Verhandlungen gehören zum Alltag in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Ob Mietanpassungen, Modernisierungsmaßnahmen, Konflikte mit Mieterinnen und Mietern oder Gespräche mit Handwerkern und Dienstleistern – selten geht es ausschließlich um Zahlen und Verträge. Oft spielen auch Erwartungen, Sorgen und persönliche Interessen eine wichtige Rolle.
Emotionale Intelligenz bezeichnet die Fähigkeit, Emotionen – sowohl die eigenen als auch die der anderen – wahrzunehmen, zu verstehen, zu regulieren und gezielt in sozialen Interaktionen wie Verhandlungen zu nutzen.
Dazu gehören mehrere Teilfähigkeiten:
- Emotionen erkennen (z. B. Ärger, Unsicherheit oder Zufriedenheit beim Gegenüber wahrnehmen)
- Eigene Emotionen verstehen und kontrollieren
- Emotionen angemessen ausdrücken
Emotionen strategisch nutzen, um Kommunikation, Kooperation und Problemlösungen zu verbessern.
Emotionale Intelligenz im Kontext von Verhandlungen
Aktuelle Forschung (Impact of Emotional Intelligence on Negotiation Behaviour Economics: An Overview; Modi & Singh, 2025) unterstreicht: Wer Emotionen bei sich selbst und bei anderen wahrnehmen und angemessen darauf reagieren kann, schafft schneller Vertrauen und eine konstruktive Gesprächsatmosphäre. Aktuelle Erkenntnisse (Emotional Intelligence in Negotiation; Katie Shonk, 2025) zeigen auch, dass Verhandler mit hoher emotionaler Intelligenz häufiger langfristig tragfähige Lösungen erreichen, weil sie Beziehungen stärken und Konflikte besser moderieren können.
EI als trainierbarer Softskill
Die gute Nachricht ist: Emotionale Intelligenz ist keine angeborene Fähigkeit, sondern kann gezielt entwickelt werden. Eine wichtige Grundlage ist aktives Zuhören: Wer in Gesprächen mit Mietern, Eigentümern oder Geschäftspartnern aufmerksam zuhört und Rückfragen stellt, erkennt schneller Bedürfnisse, Sorgen oder unausgesprochene Erwartungen. Ebenso hilfreich ist Feedback von Kolleginnen und Kollegen, etwa nach schwierigen Verhandlungsgesprächen oder Konfliktsituationen mit Mietparteien. Dadurch wird sichtbar, wie das eigene Verhalten auf andere wirkt. Ergänzend dazu spielt die Reflexion des eigenen Verhandlungsverhaltens eine zentrale Rolle: Wer nach Gesprächen überlegt, welche Emotionen aufgetreten sind, wie darauf reagiert wurde und was beim nächsten Mal anders laufen könnte, entwickelt Schritt für Schritt mehr emotionale Kompetenz.
Für Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft bedeutet das: Erfolgreiche Verhandlungen hängen nicht nur von Fachwissen und rechtlichen Kenntnissen ab, sondern auch davon, wie gut Menschen miteinander umgehen und kommunizieren. Emotionale Intelligenz wird damit zu einer Schlüsselkompetenz – insbesondere in einer Branche, in der wirtschaftliche Interessen und soziale Verantwortung oft gleichzeitig berücksichtigt werden müssen.
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