Hintergrund der Entwicklung
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat im ersten Quartal 2026 einen historischen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldeten 4573 Personen- und Kapitalgesellschaften Insolvenz. Damit liegt das Niveau erstmals seit 2005 wieder auf einem derart hohen Stand – sogar über den Werten der Finanzkrise 2009.
Insolvenz-März
Besonders auffällig ist die Entwicklung im März: Mit 1.716 Insolvenzen wurde ein Anstieg von 17 % gegenüber Februar verzeichnet. Im Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie entspricht dies einem Plus von 71 %. Eine ähnlich hohe monatliche Zahl wurde zuletzt im Juni 2005 erreicht.
Relevanz für Wohnungsunternehmen und Vermieter
Auch wenn vor allem kleinere Unternehmen betroffen sind, hat diese Entwicklung unmittelbare Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft. Gewerbemietverhältnisse geraten verstärkt unter Druck, Zahlungsausfälle nehmen zu und auch bei Wohnraummietverhältnissen kann sich die wirtschaftliche Lage der Mieterinnen und Mieter verschärfen. Besonders betroffen sind derzeit Branchen aus dem verarbeitenden Gewerbe – also potenzielle Gewerbemieter oder Arbeitgeber Ihrer Mieterschaft.
Auswirkungen auf Beschäftigung und Mietverhältnisse
Im ersten Quartal waren rund 54.000 Arbeitsplätze betroffen. Auch wenn dies unter den Effekten früherer Großinsolvenzen liegt, zeigt sich: Wirtschaftliche Unsicherheit wirkt sich indirekt auf die Zahlungsfähigkeit und Stabilität von Mietverhältnissen aus – sowohl im Wohn- als auch im Gewerbebereich.
Ausblick: Anhaltender Druck erwartet
Eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die Insolvenzzahlen weiterhin hoch bleiben könnten. Für Vermieterinnen und Vermieter bedeutet das: steigende Risiken, wachsender Klärungsbedarf und zunehmende Komplexität im Umgang mit betroffenen Mietverhältnissen.
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