Mit der rasanten Entwicklung von Sprachmodellen wie ChatGPT, Copilot oder Gemini verschwimmt die Grenze zwischen menschlicher und maschineller Kreativität. KI-Texte sind meist flüssig, logisch und fehlerfrei – genau deshalb schwer von menschlichen zu unterscheiden. Doch es gibt Hinweise, die auf KI-Autorenschaft hindeuten.
Der Ansatz von Wikipedia
Anfang 2025 wurde ein Wikipedia-Artikel mit dem Namen „Signs of AI writing“ ins Leben gerufen, der sich im Rahmen eines dedizierten Projekts damit auseinandersetzt, Inhalte generativer KI-Systeme (Large Language Models; LLMs) zu identifizieren, zu überarbeiten oder zu löschen, um die Verbreitung von Wissen in Einklang mit den Guidelines der Enzyklopädie zu bringen. Wikipedia betont, dass KI-Tools nicht grundsätzlich verboten seien, aber Texte, die ungekennzeichnet oder unzureichend überarbeitet sind, problematisch für die Zuverlässigkeit und Glaubhaftigkeit des Internetportals seien.
Wichtig: Die in dem Artikel genannten Merkmale sind nicht als Beweise für KI-generierte Texte zu verstehen, sondern eher als Hinweise, die in ihrer Gesamtheit dafür sprechen können, dass es sich um synthetische Texte handelt. Eine hundertprozentige Erkennungsgarantie gibt es bisher nach wie vor nicht. Was also sind diese Hinweise, anhand derer man einen KI-generierten Text erkennen könnte?
Schreibstil, Sprache & Tonfall
Überbetonung von Bedeutung (z. B. „steht als Zeugnis für“, „unterstreicht die Bedeutung“), werbende Formulierungen (z. B. „atemberaubend“, „reiches kulturelles Erbe“), übermäßiger Gebrauch von verbindenden Konjunktionen wie „darüber hinaus“, „ferner“. Solche Formulierungen wirken zu pathetisch oder übertrieben und fallen besonders in einem eher sachlichen Stil auf. Oft arbeiten KI-Systeme auch mit Drei-Punkte Aufzählungen („Es ist fair, transparent und nachvollziehbar“) oder Steigerungsfiguren („Es ist nicht nur fair. Es ist besonders gut nachvollziehbar).
KI neigt dazu, redaktionelle Kommentare und Abschnittszusammenfassungen wie „es ist wichtig zu beachten“, „an dieser Stelle soll hervorgehoben werden“, „insgesamt“, „abschließend“ oder „zusammenfassend“ in Texte zu integrieren. Vorsicht bei Formulierungen wie „Stand meines letzten Updates“, „basierend auf verfügbaren Informationen“, „nicht allgemein dokumentiert“. Auch KI-Modelle können Ihre eigenen (vermeintlichen) Grenzen reflektieren.
Formatierungs- und Stilbrüche & Fehler bei Referenzen
Ebenso kann die Verwendung von zu viel Fettschrift, einer mechanischen Listenstruktur, abrupten Abbrüchen im Text oder einem Wechsel im Schreibstil (z. B. plötzlich sehr formell) für einen synthetischen Text sprechen, genauso wie die Großschreibung in Überschriften nach englischem Vorbild.
Insbesondere bei Texten mit wissenschaftlichem Anspruch kann es manchmal zu defekten und nicht erreichbaren Links, ungültigen ISBNs oder DOIs, unpassenden Zitationsstilen oder komplett halluzinierten Quellenverweisen kommen (reine Erfindungen). Plausible aber letztlich doch fehlerhafte Quellen sollten ein sehr starkes Warnsignal für einen KI-generierten Text sein.
Unsere Empfehlung
Ob Antwort auf eine Lärmbeschwerde, Absage an einen Mietinteressenten oder Beitrag für die Mieterzeitschrift – bedenken Sie stets: Rein KI-generierte Texte können einen Stil haben, der sich spürbar von Ihren bisherigen Arbeiten unterscheidet. Wie Sie Ihre Texte gezielt anpassen, aufwerten und menschlicher gestalten, erfahren Sie in unserem neuen Webinar „Schriftliche Mieterkommunikation mit KI“.
PS: Ist dieser Text KI-generiert? Bilden Sie sich selbst Ihre Meinung! :)
